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Neuerwerbungen des Monacensia-Literaturarchivs

Im Jahr 2009 konnte das Literaturarchiv der Stadt München dank einer Erhöhung des Erwerbungsetats und einer großzügigen Unterstützung durch die Kulturstiftung der Stadtsparkasse München bedeutende Neuankäufe tätigen.

Konvolut Briefe von Klaus und Erika Mann an Pamela Wedekind
Das Monacensia-Literaturarchiv erwarb ein Konvolut von handschriftlichen Briefen von Klaus und Erika Mann, die Anatol Regnier, Enkel von Frank Wedekind, im letzten Jahr unter den Dokumenten seiner Mutter Pamela entdeckt hat.
Mit Pamela Wedekind verband Klaus und Erika Mann über Jahre hinweg eine tiefe Freundschaft. Knapp 18jährig, Klaus Mann und Pamela Wedekind feierten im Sommer 1924 Verlobung und auch Erika Mann war der ältesten Tochter von Frank Wedekind heftig zugeneigt. Alle drei teilten eine Leidenschaft für das Theater. Unter der Regie von Gustaf Gründgens standen Erika Mann und Pamela Wedekind bei der Aufführung von Klaus Manns Stück „Anja und Esther“ in Hamburg auf der Bühne.
Das Briefkonvolut umfasst acht handschriftliche Briefe von Klaus Mann an Pamela Wedekind aus den Jahren 1924 bis 1932 sowie 49 handschriftliche Briefe von Erika Mann aus den Jahren 1924 bis 1927. Die Briefe, oft in einem schwärmerischen und spontanen Tonfall geschrieben, reflektieren die ersten Theatererfahrungen, Buchveröffentlichungen und Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen.
Die literarischen Nachlässe von Klaus und Erika Mann zählen zu den Herzstücken des Monacensia-Literaturarchivs, sie umfassen wertvolle Zeitzeugnisse wie die Tagebücher von Klaus Mann, das handschriftliche Manuskript des Romans „Mephisto“, zahlreiche Briefe und hunderte von Fotografien, wichtige biografische Dokumente und Manuskripte. Die literarischen Nachlässe von Elisabeth Mann Borgese und Michael Mann befinden sich ebenfalls in der Monacensia, hinzu kommen Konvolute von Monika und Golo Mann.

Konvolut Signe von Scanzoni: „Bericht über Erika Mann“
Die Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin und spätere Journalistin und Sachbuchautorin Signe von Scanzoni (1915 – 2002) war die letzte Lebensgefährtin von Erika Mann. In ihrem Testament hat sie die Dokumente und Materialien, die sich auf Erika Mann beziehen, der Monacensia vermacht. Das Konvolut enthält u.a. mehr als 80 Briefe und 20 Postkarten von Erika Mann, vier Briefe von Katia Mann an Signe von Scanzoni sowie das fast 200 Seiten umfassende Manuskript „Als ich noch lebte. Bericht über Erika Mann“ (1969), das Signe von Scanzoni nach dem Tod von Erika Mann verfasst hat. Die Briefe – die der Fachwelt bisher noch nicht bekannt waren – sind besonders wertvoll und aussagekräftig, weil sie die letzten acht Lebensjahre von Erika Mann umfassen und sehr offen und persönlich gehalten sind.

Nachlass Roider Jackl
Der Roider Jackl (eigentl. Jakob Roider) wurde 1906 in der Nähe von Landshut als 16. Kind einer Kleinbauernfamilie geboren. Sein musikalisches, darstellerisches und dichterisches Talent wurde früh entdeckt und durch Nachwuchspreise gefördert. Berühmt wurde er mit seinen messerscharfen Gstanzln (typisch bayerische, kurze Spottlieder) mit denen er das politische Leben in Bayern kommentierte und karikierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Roider Jackl über mehrere Jahrzehnte hinweg der wohl bekannteste und beliebteste Volkssänger Bayerns.
Der Nachlass Roider Jackl ergänzt in idealer Weise den Sammlungsbereich „Volkssänger und Volkskünstler“. In der Obhut des Monacensia-Literaturarchivs befinden sich bereits die Nachlässe von Liesl Karlstadt, Bally Prell, Erni Singerl und Emil Vierlinger.
Das Archiv umfasst 42 Kassetten des künstlerischen Erbes von Jakob Roider. Es handelt sich um einzigartiges dokumentarisches Quellenmaterial für das Verständnis des Zeitgefühls im Nachkriegsdeutschland. Unzählige handschriftliche Manuskripte, Gstanzln, Lieder, Reden und Tondokumente geben der Forschung Auskunft über Witz, Sprache, Mentalität und Lebensart in Bayern. Der Nachlass Roider Jackl ist bereits vollständig katalogisiert und in der über die Fachdatenbank „Kalliope“ weltweit per Internet recherchierbar.

Die Kulturstiftung der Stadtsparkasse München hat den Ankauf des Nachlasses von Jakob Roider finanziell gefördert. Unterstützt wurde der Ankauf ebenfalls durch den Verein „Freunde der Monacensia e.V.“

Monacensia
Maria-Theresia-Str. 23      
81675 München
Tel.: 089-41 94 72 0
Fax: 089-41 94 72 50

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Biographie einer Künstlervilla, erschienen in der edition monacensia.
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