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Nachlässe

> Briefbestände in Kalliope
Die Monacensia erwirbt Nachlässe bedeutender bayerischer, vorrangig Münchner, Persönlichkeiten durch Kauf oder Schenkung. Seit einigen Jahren bemüht sich das Literaturarchiv zudem verstärkt darum, schon zu deren Lebzeiten schriftliche Unterlagen zu sammeln und Archive anzulegen. So kamen in den letzten Jahren die Archive von Carl Amery, Wolfgang Bächler und Dagmar Nick in die Monacensia.
Von besonderem Wert sind die Nachlässe von Vertretern der Schwabinger Bohème um die Jahrhundertwende und ihres Umfelds, so von Otto Julius Bierbaum, Ludwig Ganghofer, Hanns von Gumppenberg, Max Halbe, Gustav Meyrink, Oskar Panizza, Franziska Gräfin zu Reventlow, Ludwig Thoma oder Frank Wedekind.
Bedeutende Emigrantennachlässe, wie der Teilnachlass von Oskar Maria Graf und die Nachlässe von Hermann Kesten, Annette Kolb, Erika und Klaus Mann, Peter de Mendelssohn oder Max Mohr, sind ebenfalls vorhanden. Die Nachlässe von Erika und Klaus Mann wurden der Handschriftenabteilung der Monacensia geschenkt. Sie enthalten sehr viele Unterlagen, darunter auch von Thomas Mann. Von ihm besitzt die Monacensia außerdem zahlreiche weitere Einzelstücke; so das Manuskript "Fiorenza", seines einzigen Dramas.
Die Bestände der Monacensia weisen ein breites Themenspektrum auf: Während die Bohème-Nachlässe eher "die gute alte" und doch so spannungsreiche Zeit widerspiegeln, sind die Emigrantennachlässe oft erschütternde Zeugnisse von Unsicherheit und Not.
Einen weiteren Schwerpunkt des Literaturarchivs bilden die Nachlässe von Gegenwartsautoren, beispielsweise von Wolfgang Ebert, Gert Hofmann, August Kühn oder Sigi Sommer.
Außerdem sammelt die Monacensia Nachlässe ausländischer AutorInnen, denen München zur zweiten Heimat geworden ist. Hierzu zählt der Nachlass des Persers Cyrus Atabay.
Zu nennen sind darüber hinaus die Nachlässe des Illustrators Rolf Peter Bauer, des Schriftstellers Waldemar Bonsels, des Kabarettisten Werner Finck, der Schauspielerin Therese Giehse und des Schriftstellers und Mundartdichters Josef Marx. Vorhandene Nachlässe "typischer Münchner" sind die der "Katakombe", Kleinkunstbühne und Literatentreff, und natürlich von Liesl Karlstadt.
Auch von weiteren bedeutenden Schriftstellern, deren Nachlässe in anderen Institutionen aufbewahrt werden, sind einzelne Unterlagen vorhanden, wie von Gottfried Benn, Werner Bergengruen, Bertolt Brecht, Heinrich Böll, Lena Christ, Kasimir Edschmid, Michael Ende, Lion Feuchtwanger, Marieluise Fleisser, Hermann Hesse, Ricarda Huch, Erich Kästner, Hermann Kasack, Wolfgang Koeppen, Heinrich Mann, Marcel Reich-Ranicki, Rainer Maria Rilke, Ernst Toller oder Arnold und Stefan Zweig.
Daneben sind auch viele Komponisten, Maler und Schauspieler sowie Politiker und Wissenschaftler vertreten, wie Franziska Bilek, Lovis Corinth, Werner Egk, Olaf Gulbransson, Theodor Heuss, Liesl Karlstadt, Alfred Kubin, Artur Kutscher, Golo Mann, Max von Pettenkofer, Emil Preetorius, Max Reger, Ludwig von Schwanthaler, Albert Schweitzer, Karl Spitzweg, Richard Strauss, Luis Trenker, Karl Valentin, Richard Wagner oder Ferdinand Graf von Zeppelin.
Die Broschüre "Literatur im Archiv" zu den Beständen der Monacensia erhalten sie bei uns vor Ort kostenlos.
Über die "Kalliope"-Datenbank ist das Literaturarchiv der Monacensia in einem Verbund mit allen bedeutenden Archiven im deutschsprachigen Raum, u.a. mit dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach und mit der Staatsbibliothek/Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Diese wiederum ist Teil des europäischen Netzwerks "Malvine" und weist Manuskripte, Autographen, Briefe und literarische Nachlässe aus derzeit sieben europäischen Ländern nach.
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81675 München
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