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Frank Baumbauer










Theaterforum Münchner Stadtbibliothek 2001

Frank Baumbauer

im Gespräch im Alexander von Schlippe (BR)

In der im Frühjahr 2001 begonnenen Gesprächsreihe mit prominenten Künstlerinnen und Künstlern, die das Theaterleben prägen, ist Frank Baumbauer, der neue Intendant der Münchner Kammerspiele, zu Gast.

Donnerstag, 27. September, 19.30 Uhr, Black Box

Nach Basel und Hamburg ist Frank Baumbauer nach München zurückgekehrt, um das traditionsreiche Schauspielhaus in der Maximilianstraße zu übernehmen und sich der, wie er es selbst formuliert, "reizvollen Aufgabe" zu stellen, "an wechselnden Spielstätten Theater zu machen".

Frank Baumbauer (Jahrgang 1945) studierte Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität seiner Geburtsstadt München. Nach Regieassistenzen am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Bayerischen Staatsschauspiel wurde er in München zunächst Regisseur, Spielleiter, persönlicher Mitarbeiter des Intendanten Kurt Meisel sowie Leiter des Künstlerischen Betriebsbüros und von 1983 bis 1986 Intendant.

Baumbauer erwies sich nicht nur als begabter Entdecker von Autoren, Regisseuren und Schauspielertalenten, sondern auch als durchsetzungsfähiger Theaterleiter mit unkonventionellen Ideen. Er engagierte Künstler wie Herbert Achternbusch, Werner Schroeter oder Gerhard Polt. Die letzten Monate der Intendantenzeit in München waren von Kontroversen überschattet. Im März 1986 drohte man ihm von offizieller Seite "wegen einer tiefgreifenden Störung des Vertrauensverhältnisses" mit einer vorzeitigen Kündigung des Vertrages. Stein des Anstoßes waren nicht genehmigte literarische Veranstaltungen im Marstalltheater und politische Improvisationen des Schauspielers Sepp Bierbichler. Mit dieser Affäre befasste sich auch der Bayerische Landtag.

Am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart war Baumbauer eine Spielzeit lang Stellvertreter des Intendanten Ivan Nagel. Von 1988 bis 1993 wurde er als Direktor an das Basler Stadttheater berufen, wo er sich neben dem Schauspiel auch den Sparten Ballett und Oper widmete. Baumbauer begann seine Intendanz mit sieben Premieren an sieben Tagen. Er verpflichtete neue Regisseure wie Herbert Wernicke, Hans Hollmann und Werner Schroeter und konnte vor allem junge Leute für das Theater interessieren.

Mit Beginn der Spielzeit 1993/1994 übernahm Frank Baumbauer die Intendanz des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg und begann diese Theatersaison mit einem überwiegend neuen Künstlerteam und ausschließlich neuen Inszenierungen. Der Spielplan setzte sich aus zeitgenössischen Stücken deutschsprachiger Autoren (Rainald Goetz, Elfriede Jelinek, Werner Schwab, Herbert Achternbusch u.a.) und - neben Shakespeare und Kleist - kaum erprobten Texten bekannter Autoren (Hans Henny Jahnn, Gustave Flaubert) zusammen. In sieben erfolgreichen Jahren wurde das Deutsche Schauspielhaus viermal zum Theater des Jahres gewählt. Von 1999 bis 2001 war Frank Baumbauer außerdem für das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele verantwortlich.

Das Theaterforum wird von der Münchner Stadtbibliothek
in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk veranstaltet.

Aus den Mitschnitten der Diskussionen wird am 10. November 2001 ein "Feature: Theaterforum" im Programm Bayern2Radio (20.05 Uhr) gesendet.

Bei Fragen oder Kartenwünschen wenden Sie sich bitte an:
Münchner Stadtbibliothek, Veranstaltungen (Sabine Kinder und Susanne Winter), Rosenheimer Str. 5
Tel. (089) 48098-3215/3209, Fax (089) 48098-3265
E-Mail: stb.veranstaltungen.kult@muenchen.de

Das Theaterforum 4 mit Kammersängerin Astrid Varnay findet am
Dienstag, dem 23. Oktober, um 19.30 Uhr in der Black Box statt.

Flyer 2002 pdf