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Simone Young

Theaterforum Münchner Stadtbibliothek 2006/2007 Künstlerinnen im Gespräch
Die Dirigentin und Intendantin Simone Young
im Gespräch mit Fridemann Leipold, Bayerischer Rundfunk
Montag, 5. März 2007, 19.30 Uhr, Black Box, Gasteig € 5.- / 4.- / Vorverkauf ab 19. Februar über München Ticket
Die australische Dirigentin Simone Young hat es in einem Metier, das bislang als Männerdomäne galt, weit gebracht: Gleich für ihre erste Saison als Generalmusikdirektorin und Intendantin der Hamburgischen Staatsoper 2005/2006 wurde sie von der Zeitschrift Opernwelt zur "Dirigentin des Jahres" gekürt. Damit honorierten die Kritiker Youngs unerwartet erfolgreichen, alles andere als stromlinienförmigen Kurs, den sie als Nachfolgerin von Ingo Metzmacher (Gast beim Theaterforum 2005/2006) mit Fortune an der Alster einschlug. Mit Hindemiths Mathis der Maler, Verdis Simon Boccanegra - in einer brillanten Inszenierung von Claus Guth (ebenfalls Gast beim Theaterforum 2005/2006) - und Brittens Sommernachtstraum startete sie markant in die neue Ära.
Damit ist die weltweit begehrte Künstlerin nach den aufreibenden Jahren ihrer Blitzkarriere samt ihrer Familie endlich sesshaft geworden. "Zwischen 1993 und 2001 dirigierte sie im Durchschnitt etwa 100 Vorstellungen pro Jahr an insgesamt über 50 Institutionen in 15 Ländern auf 4 verschiedenen Kontinenten" -, so bilanziert Ralf Pleger in seiner aufschlussreichen Biographie (Europäische Verlagsanstalt 2006) das rekordverdächtige Pensum von Simone Young, die sich selbst als "Multitasker, Workaholic und Arbeitstier" bezeichnet. Der Erfolg gibt ihr recht - längst hat die so temperamentvolle wie kompetente Dirigentin die Pulte der traditionsreichen New Yorker, Wiener, Berliner und Münchner Philharmoniker erobert.
1961 als Tochter eines Anwalts und einer Schneiderin in Sydney geboren, in dessen spektakulärem architektonischen Wahrzeichen sie später umjubelte Opernaufführungen leitete, zeigte Simone Young schon früh musikalisches Talent. Nach Studien am Konservatorium ihrer Heimatstadt in den Fächern Klavier und Komposition fand sie prominente Fürsprecher in James Conlon an der Kölner Oper und vor allem in Daniel Barenboim, dem sie bei den Bayreuther Festspielen sowie an der Berliner Lindenoper assistierte. So sagte etwa Plácido Domingo, an dessen Los Angeles Opera Young gleichfalls Erfolge feierte: "Sie hat all die Autorität und Energie, um die große Dirigentin zu sein, die sie ist."
Dank ihrer Zielstrebigkeit und ihres entwaffnenden Charmes hat sich Simone Young gegen alle Rollenklischees bei den bedeutendsten Orchestern Respekt verschafft. Auch wenn sie sich vor allem mit Wagner und Strauss einen Namen machte, möchte sie nicht auf das spätromantische Repertoire festgelegt werden: "Für mich ist Abwechslung wichtig, und meine Neugier ist immer groß." Nach Erfahrungen in festen Positionen bei den Philharmonikern im norwegischen Bergen und an der Australian Opera in Sydney und Melbourne beschloss sie, in Hamburg auch die Intendanz zu übernehmen. So kann sie dort etwa ihren vielbeachteten Britten-Zyklus fortsetzen, gemäß ihrem Credo: "Ich bin nicht Musikerin geworden, um trocken und akademisch mit der Musik umzugehen. Sondern, um Begeisterung zu wecken und die Menschen emotional mitzureißen."
Das Theaterforum wird von der Münchner Stadtbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk veranstaltet. Die Veranstaltungen werden im Programm Bayern 4 Klassik dokumentiert.
Nächste Veranstaltung: Mo, 19. März 2007: die Sängerin Elīna Garanča
Bei Fragen oder Kartenwünschen wenden Sie sich bitte an: Münchner Stadtbibliothek, Veranstaltungen (Sabine Kinder), Tel. (089) 48098-3215, 48098-3209, stb.veranstaltungen.kult@muenchen.de
Foto von Simone Young © Earl Carter |
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