Paula Ludwig, 1920 Quelle: Franz-Michael-Felder-Archiv

„Aus tausend Spiegeln sehe ich mich an“. Die Dichterin und Malerin Paula Ludwig 1900 bis 1974

Eine Ausstellung der Monacensia im Hildebrandhaus

04.03.2005 bis 29.04.2005
    Veranstaltungsort: Monacensia im Hildebrandhaus

    Paula Ludwig, 1900 im Vorarlberger Städtchen Feldkirch-Altenstadt geboren und 1974 in Darmstadt gestorben, ist als Schriftstellerin und Malerin eine repräsentative Zeitgenossin des 20. Jahrhunderts. Ihr Lebensweg führt sie über Breslau nach München, wo sie in den Jahren 1917 bis 1923 in der Münchner Bohème lebt. Zu ihrem Bekanntenkreis zählen u.a. Waldemar Bonsels, Klaus und Erika Mann, Bertolt Brecht, Lotte Pritzel und Erich Mühsam. Ihren Lebensunterhalt verdient sie als Hausangestellte, Malermodel bei Franz von Stuck und als Souffleuse an den Münchner Kammerspielen. In München liegen auch die Anfänge ihres künstlerischen Schaffens. 1920 hat sie ihr literarisches Debüt mit rund dreißig Gedichten, die unter dem Titel „Die selige Spur“ in der „Neuen Reihe“ des Roland-Verlags erscheinen. 1921 bringt die angesehene Münchner Kunstzeitschrift "Ararat" Reproduktionen ihrer Aquarelle.

    Durch ihr schmales, aber gewichtiges literarisches Werk, die Gedichtbände "Die selige Spur" (1920), "Der himmlische Spiegel"(1927) und "Dem dunklen Gott"(1932), die Prosasammlung "Traumlandschaft" (1935) und die Autobiographie "Buch des Lebens" (1936), zählt Paula Ludwig zu den renommierten Autorinnen der Zwischenkriegszeit. 1934 zieht sie von Berlin nach Ehrwald in Tirol, von dort flüchtet sie beim Einmarsch der deutschen Truppen 1938 zunächst nach Zürich und Paris, dann über Spanien und Portugal nach Brasilien. Nach ihrer Rückkehr aus der Emigration im Jahre 1953 kann sie trotz mehrerer Publikationen und Preise nicht mehr an die Vorkriegserfolge anschließen.

    Die Ausstellung zeigt ausgesuchte biographische und literarische Original-Dokumente zu den Stationen ihres Lebens und Schaffens von Altenstadt über Linz, Breslau, München, Berlin, Ehrwald, Paris, Gurs, Mury, Sao Paulo, Wetzlar und Darmstadt. Weggefährten und Freunde wie Hermann Kasack, Waldemar Bonsels, Bert Brecht, Ivan Goll, Ina Seidel, Carl Zuckmayer oder Erika Mann kommen zu Wort.

    Verantwortlich: Dr. Elisabeth Tworek, Leiterin der Monacensia
    Konzept: Dr. Ulrike Längle, Leiterin des Franz-Michael-Felder-Archivs der Vorarlberger Landesbibliothek, Bregenz

    Eine Ausstellungsübernahme aus dem Vorarlberger Landesmuseum. Das Material der Ausstellung stammt zum Großteil aus dem umfangreichen Nachlass der Künstlerin, der im Franz-Michael-Felder-Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek aufbewahrt wird.

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