Transit Amsterdam. Deutsche Künstler im Exil 1933 bis 1945.

Eine Ausstellung der Monacensia im Hildebrandhaus

25.05.2007 bis 26.10.2007
    Veranstaltungsort: Monacensia im Hildebrandhaus

    "Damals wussten wir nicht, was diese Stadt einmal für uns werden und bedeuten sollte, welchen großen Dank wir ihr schuldig sein würden. Sie wurde zur Zuflucht, sie lässt uns arbeiten ... "
    Klaus Mann, Amsterdam

    Mit der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Januar 1933 beginnt die größte Flucht von Künstler*innen und Literat*innen, die Deutschland und Europa bis dahin erlebt haben. Die Niederlande sind eine bedeutsame Station bei diesem Exodus. Vor allem Amsterdam gewährte vielen deutschen Schriftsteller*innen, Musiker*innen, Schauspieler*innen, Maler*innen und Fotograf*innen Zuflucht.

    Thomas Mann begibt sich im Februar 1933 nach Amsterdam, um im „Concertgebouw“ seinen berühmten Vortrag über Richard Wagner zu halten. Unbewusst ist diese Fahrt eine Reise ins Exil. Seine Tochter Erika gastiert in Amsterdam mit ihrem literarischen Kabarett „Die Pfeffermühle“, sein Sohn Klaus gibt hier seine Exilzeitschrift „Die Sammlung“ heraus. Grete Weil arbeitet als Fotografin, Bruno Walter dirigiert, Elisabeth Augustin übersetzt, Irmgard Keun versucht, ihre gerade begonnene Karriere außerhalb Deutschlands fortzusetzen. Zwei niederländische Verleger – Emanuel Querido und Gerard de Lange – geben der im Deutschen Reich verbotenen Literatur eine neue Heimat.

    Als im Frühjahr 1940 die Wehrmacht die Niederlande innerhalb weniger Tage besetzt, haben die Manns Amsterdam schon verlassen, der Maler Max Beckmann lebt seit 1937 hier. Für den Schauspieler und Filmregisseur Kurt Gerron wird die Stadt zur Falle, anderen, wie dem Theaterdirektor und Komponisten Rudolf Nelson gelingt es, im Untergrund bis zur Befreiung zu überleben.

    Die Ausstellung gibt einen sehr persönlichen Einblick in unterschiedliche Situationen des Exils und erlaubt Rückschlüsse auf heutige Transit-Erfahrungen der Flucht und Migration.

    Flucht, Gastspiel, Sommerfrische – Integration, Assimilation, Parallelleben – Abreise, Untergrund, Deportation: Ausgehend von den literarischen Nachlässen von Grete Weil, Hermann Kesten und Klaus und Erika Mann, die im Literaturarchiv der Monacensia betreut werden, zeichnet die Ausstellung anhand einer Fülle von bisher unveröffentlichten Briefen, Tagebüchern und Fotos die Lebensbedingungen und Lebensläufe der nach Amsterdam emigrierten Künstler*innen und Literat*innen nach. Viele Dokumente stammen auch aus Privatsammlungen und weiteren Archiven. Erstmals gezeigt werden Originaldokumente aus den Nachlässen von Konrad Merz, Wolfgang Frommel, Wolfgang Cordan und Hans Keilson.

    Verantwortlich und Projektleitung: Dr. Elisabeth Tworek, Leiterin der Monacensia
    Kuratoren: Dr. Veit Johannes Schmidinger und Prof. Dr. Wilfried F. Schoeller
    Ausstellungsgestaltung: Nicola Piening, Tobias Wittenborn
    Grafische Gestaltung: Katharina Kuhlmann
    Koordination und Pressearbeit: Sylvia Schütz, Monacensia

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