Erni Singerl Quelle: Münchner Stadtbibliothek/Monacensia

Volkskünstlerinnen - Liesl Karlstadt, Erni Singerl, Bally Prell.

Eine Ausstellung der Monacensia im Hildebrandhaus

26.11.2008 bis 15.05.2009
    Veranstaltungsort: Monacensia im Hildebrandhaus

    Drei Frauen standen im Zentrum der volkstümlichen Unterhaltung der 1950er Jahre in München. Sie waren die Stars bei Theateraufführungen im Volkstheater und in der „Kleinen Komödie“, sie spielten und sangen im „Platzl“, der damals populärsten Bühne Münchens und waren die Attraktionen bei Bunten Abenden des Bayerischen Rundfunks, in Sendungen wie „Weißblaue Drehorgel“: Liesl Karlstadt, Karl Valentins legendäre Partnerin und in ihrer zweiten Karriere die „Mutter aller Bayern“, Bally Prell als die begnadete Sängerin mit der tiefen Stimme, die ewige „Schönheitskönigin von Schneizlreuth“, und Erni Singerl, eine Vollblutkomödiantin, die zum Fernsehstar wurde.

    Die Ausstellung zeigt das Leben und Wirken der populärsten Münchner Volkskünstlerinnen: drei höchst unterschiedliche Karrieren von drei völlig verschiedenen Frauen, die das Wesen der typisch münchnerischen Unterhaltung prägten. Sie basiert zum großen Teil auf Materialien und Dokumenten aus den Nachlässen von Liesl Karlstadt, Bally Prell und Erni Singerl, die sich im Besitz der Monacensia befinden. Mit vielen Originaldokumenten, Fotos und Plakaten, Filmausschnitten und Hörbeispielen, Briefen und Programmen, zeichnet die Schau ein lebendiges Bild der volkstümlichen Unterhaltung in München – insbesondere in den 1950er Jahren – und der Lebensstationen der drei ungewöhnlichen Künstlerinnen.

    Im Spiegel der Volkskunst wird zugleich das Lebensgefühl der Menschen sichtbar, des Publikums. Die Unterhaltung bildet das soziale und gesellschaftliche Wertesystem ihrer jeweiligen Zeit ab und erlaubt Rückschlüsse auf Verhaltensmuster und Ideale. Die Szenen, Stücke und Lieder der drei Volkskünstlerinnen geben Antworten auf Fragen: Was ist bayerische Eigenart, womit bestimmt sie sich, wodurch grenzt sie sich ab? Wie stark war die identitätsbildende und integrative Funktion der populären Unterhaltung? Und was haben diese drei Frauen als Künstlerinnen und durch die Rollen, die sie verkörperten, hierzu beigetragen?

    Verantwortlich: Dr. Elisabeth Tworek, Leiterin der Monacensia
    Kurator: Andreas Koll
    Ausstellungsgestaltung: Katharina Kuhlmann
    Koordination und Pressearbeit: Sylvia Schütz, Monacensia
    Veranstalter: Monacensia. Literaturarchiv und Bibliothek

    In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk/ Hörfunk und Fernsehen.
    Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats und der Gleichstellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München

    Diese Veranstaltung teilen