Illustration mit vie Händen, die Bücher in die Luft halten

Kontrovers

Debatte über aktuelle Tendenzen in der Kinder- und Jugendliteratur

Die Kinder- und Jugendliteratur erzählt wunderbare Geschichten und erlaubt in der kritischen Auseinandersetzung einen Blick auf unsere Gesellschaft. Christine Knödler (Journalistin und Literaturkritikerin) und Frank Griesheimer (freier Lektor) kuratieren diese Debattenreihe und fühlen der Literatur für junge Leser*innen für uns auf den Zahn: wie wird dort die Realität verhandelt und wie werden gesellschaftliche Diskurse vermittelt? Wechselnde Gäste sorgen für verschiedene Blickwinkel und spannende Positionen.

#savethedate

Bücher, die bewegen. 10 Jahre Kontrovers

6. Juni 2024, 19.00 Uhr | Stadtbibliothek im Motorama, Showroom und als Livestream auf Youtube

Gerechtigkeit, Rebellion, Krieg, Flucht, Ereignisse, die uns überholen, übersehene Menschen, Identität und Selbstermächtigung – engagierte Literatur hat derzeit viel zu erzählen und viel zu tun. Sie kann heute mehr denn je Farbe bekennen. Soll sie das? Will sie das?

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens von Kontrovers sprechen Christine Knödler, Kritikerin, und Frank Griesheimer, Lektor, mit Autor*innen, Verleger*innen und Literaturvermittler*innen über Ziele, Utopien und die Macht des Wortes, übers Schreiben, Lesen und die Veränderbarkeit der Welt.

Gäste: Moritz Klein (Peter Hammer Verlag), Christian Linker (Autor), Julya Rabinowich (Autorin) und Ilke Sayan (Booktuberin)

Mit Lesungen, Gesprächen und Impulsen feiert die Debattenreihe Kontrovers ihren 10. Geburtstag.

Die Veranstaltung wird auf Youtube live gestreamt.

Anmeldung unter stb.oeffentlichkeitsarbeit(at)muenchen.de.

#nachgeschaut

Alarm, Alarm, die Erde brennt! - Klimakrise und Aktivismus in Romanen für junge Leser*innen

Die Alarmrufe der Wissenschaft haben auch den Buchmarkt erreicht. Sachbücher zum Klimawandel gibt es inzwischen in Mengen. Aber gute Romane sind noch Mangelware. Dabei kann das neue Format Climate Fiction etwas, was Sachbücher nicht können: radikal und emotional sein, auch mal traurig bis hoffnungslos. Wie sieht die Welt aus, wenn wir die Klimaziele nicht schaffen? Wie weit darf Klimaaktivismus gehen? Und wie vertragen sich Klimaangst und Dystopie mit Ermutigung und Utopie?

Über Beispiele für Climate Fiction diskutieren Christine Knödler (Literaturkritikerin) und Frank Griesheimer (Lektor) mit Sarah Raich (Autorin der Romane "All that's left" und "Equilon") und Ananda Klaar (FFF-Aktivistin und Autorin des Sachbuchs "Nehmt uns endlich ernst! Ein Aufschrei gegen die Übermacht der Alten"). Zur Debatte stehen die Bücher: William Sutcliff: Grüner wird's nicht (ars Edition) Neal und Jarrod Shusterman: Dry (Fischer Verlage) Manfred und Emilia Theisen: Wir sind die letzte Generation (cbt)

Wie schreibt man postkolonial? Kolonialismus in deutschen Kinder- und Jugendbüchern

Mit 100 Jahren Verspätung beginnt eine Aufarbeitung der europäischen und deutschen Kolonialzeit. Doch von einer postkolonialen Erinnerungskultur sind wir weit entfernt. Diskussionen über die Umbenennung von Straßen oder die Rückgabe von Raubkunst reichen nicht, solange es Alltagsrassismus gibt und in der Kolonialzeit verwurzelte Afrikabilder bestehen bleiben. Es gibt erste Kinder- und Jugendbücher, die sich dem Thema stellen. Könnte so eine kolonialismus-kritische Jugendliteratur aussehen?

Darüber diskutieren Christine Knödler (Literaturkritikerin) und Frank Griesheimer (Lektor) u.a. mit der Jugendbuchautorin Chantal-Fleur Sandjon und Dr. Eva Bahl, Sozialwissenschaftlerin und aktiv bei [muc] münchen postkolonial.

Zur Debatte stehen die Bücher "Therese - Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte" von Hermann Schulz (dtv), "Wie schön weiß ich bin" von Dolf Verroen (Peter Hammer Verlag) und "Blut und Schokolade" von Peer Martin (Dressler Verlag).

"Und wenn doch was dran ist?" Wie Jugendbücher Verschwörungstheorien verhandeln

Verschwörungserzählungen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der Glaube an Echsenmenschen, Außerirdische oder an eine Verschwörung der Eliten ist für viele faszinierend, für manche scheint er welterklärender zu sein als wissenschaftliche Erkenntnis. Dann wird dem Staat das Existenzrecht abgesprochen und Demokratie verteufelt. Gibt es eine verschwörungskritische Jugendliteratur? Und was kann sie bewirken?

Darüber diskutieren Christine Knödler (Literaturkritikerin) und Frank Griesheimer (Lektor) mit der Journalistin und Jugendsachbuchautorin Lisa Duhm und der Jugendbuchautorin Ursula Poznanski.

Zur Debatte stehen die Bücher "Sein Reich" von Martin Schäuble (Fischer Kinder- und Jugendbuchverlag), "Fake News und Verschwörungstheorien. Wie man Gerüchten nicht auf den Leim geht" von Gérald Bronner, illustriert von Jean-Paul Krassinsky (Jacoby und Stuart Verlag) und "Y-Game. Sie stecken alle mit drin" von Christian Linker (dtv).

Kein Geld haben. Kinderarmut in der Kinder- und Jugendliteratur

20 Prozent der Kinder und Jugendlichen leben hierzulande in Armut. Selbst am Rand der Gesellschaft, kommen sie auch in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur kaum vor. Sind Diskriminierungserfahrungen aufgrund von Herkunft nicht der Rede wert? Wer kann von sozialer Scham und Chancenlosigkeit erzählen? Christine Knödler (Literaturkritikerin) und Frank Griesheimer (Lektor) diskutieren mit der Journalistin Brigitte Theißl sowie dem Autor Benjamin Tienti.

Zur Debatte stehen die Bücher "Irgendwo ist immer Süden" von Marianne Kaurin (woow Books), "Nach Süden, nach vorn" von Sarah Jäger (Rowohlt) und "Armut" von Jutta Bauer (Carlsen Verlag).

Zwischen Body Shaming und Body Positivity

Über Körperbilder in der Kinder- und Jugendliteratur diskutieren Christine Knödler (Literaturkritikerin) und Frank Griesheimer (Lektor) mit der Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Lechner sowie Kathrin Tschorn, Journalistin und Expertin für Body Positivity.

Zur Debatte stehen die Bücher "Tanz der Tiefseequalle" von Stefanie Höfler (Beltz & Gelberg), "Die Königinnen der Würstchen" von Clémentine Beauvais (Carlsen Verlag) und "AnyBody" von Katharina von der Gathen mit Illustrationen von Anke Kuhl (Klett Kinderbuch Verlag).

Die Welt ist bunter als binär

Über geschlechtliche Identitäten diskutierten Christine Knödler (Literaturkritikerin) und Frank Griesheimer (Lektor) mit der Jugendbuchautorin Moira Frank und dem Journalist und Autor Nils Pickert.

Zur Debatte stehen die Bücher "Der Katze ist es ganz egal" von Franz Orghandl (Klett Kinderbuch), "Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner und illustriert von Anna Gusella (Beltz & Gelberg) und "Bus 57. Eine wahre Geschichte" von Dashka Slater (Loewe).

Verrückte Bücher - Bücher über's Verrücktsein

Über psychische Krankheiten in der Kinder- und Jugendliteratur diskutieren die Literaturkritikerin Christine Knödler und der Lektor Frank Griesheimer mit den Gästen Susan Kreller (Autorin) und Jörg Bernardy (Philosoph und Autor von Sachbüchern für Jugendliche).

Zur Debatte stehen die Bücher "Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman (Reihe Hanser im dtv), "Auf einer Skala von 1 bis 10" von Ceylan Scott (Chicken House) und "Der Rüberbringer" von Tankred Lerch (Beltz & Gelberg).

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