Schwarz-Weiß-Fotografie: Eine junge Frau, Grete Weil, sitzt hoch oben auf einem Gipfel. Ihre kurzen dunklen Haare flattern im Wind. Sie trägt bayrische Wanderkleidung mit Edelweiß im Knopfloch.
Monacensia, GW F 1

»Oft wollte ich weglaufen, nie habe ich es getan«

Szenische Lesung mit Texten und biografischen Zeugnissen von Grete Weil

09.11.2026 , 19.00 Uhr

Eintritt frei
Veranstaltungsort: Forum Atelier

»Wie lebt man weiter, wenn man sterben sollte?« Diese Frage zieht sich als Linie durch das Werk von Grete Weil (1906–1999). Schriftstellerin, Fotografin, Überlebende – ihre Literatur ringt um Erinnerung und um eine Sprache, die dem Verlust standhält. Ihr Mann Edgar Weil, Dramaturg der Kammerspiele, wurde 1933 verhaftet; das Paar floh nach Amsterdam. 1941 wurde Edgar Weil deportiert und ermordet, Grete Weil überlebte im Versteck. Ihr Schreiben bleibt im Dialog mit ihm und versucht, Abwesenheit in Gegenwart zu verwandeln.

Die szenische Lesung lässt Texte und biografische Zeugnisse Grete Weils zu Wort kommen: die Stimme einer Frau, die Zeugnis ablegte und dabei nie aufhörte, zu zweifeln, zu fragen, sich einzumischen. Sie schreibt von Liebe und Schuld, von Scham und Würde, von der Müdigkeit und der Möglichkeit des Weiterlebens in einer zerstörten Welt.

»Ein Mensch ohne Politik ist wie ein Schlafwandler.« – Grete Weil

 

Mit: Annika Neugart, Samuel Koch und Kim Twiddle
Regie: Sapir Heller
Dramaturgie: Stella Leder
Textauswahl: Rebecca Faber
Musik: Kim Ramona Ranalter

Informationen zur Anmeldung

Kooperationspartner

Eine Veranstaltung im Begleitprogramm zur Ausstellung »Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv« in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen.

Weitere Termine: 15.10.2026 und 16.10.2026 im Werkraum der Münchner Kammerspiele