
Von der Bohème zum Exil
Dauerausstellung: Literarisches München zur Zeit von Thomas Mann
Der in Lübeck geborene Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann gilt als einer der Weltautoren des 20. Jahrhunderts. Fast 40 Jahre lang - von seinen literarischen Anfängen bis zur Vertreibung ins Exil - ist München für ihn ein wichtiger Schreib- und Lebensort.
Ich versichere Sie: Wann immer ich Münchener Laute höre, Münchener Tonfall, wird mir warm ums Herz.
Thomas Mann an den Münchner Oberbürgermeister Thomas Wimmer am 8. Juni 1955
Thomas Manns Münchner Jahre zwischen 1894 und 1933 bildet den zeitlichen Rahmen für die Ausstellung. Ausgehend von den literarischen Nachlässe der Monacensia spürt sie der Frage nach: Was macht das literarische München zwischen Schwabinger Bohème und Hitlers „Hauptstadt der Bewegung“ aus?
Manuskripte, Briefe, Fotografien und seltene Erinnerungsstücke werfen Schlaglichter auf das höchst ambivalente literarische Leben der Stadt zwischen dem Aufbruch in die Moderne und der Vertreibung der Dichter und Schriftsteller ins Exil.






Brüche und Umbrüche
Thematisiert werden die Brüche und Umbrüche während des Ersten Weltkriegs ebenso wie die spannungsreiche Wechselwirkung von bürgerlicher Hochkultur und urwüchsigem Volksvergnügen in der Weimarer Republik. Literarische Freundschaften, Zerwürfnisse und Netzwerke werden sichtbar, ebenso wie die Anstrengungen für die deutsche Literatur im Exil. Zu Wort kommen wichtige Wegbegleiter und Zeitgenossen von Thomas Mann wie Frank Wedekind, Franziska zu Reventlow, Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer, Lena Christ, Oskar Maria Graf, Annette Kolb, Klaus und Erika Mann, Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Grete Weil und Max Mohr.
Die Original-Dichterschreibtische von Frank Wedekind und Oskar Maria Graf symbolisieren den Spannungsbogen von der Münchner Bohème bis zum amerikanischen Exil. Wie für viele Autoren sind sie weit mehr als ein Arbeitsplatz: Sie sind „Schreibheimat“ und Ausdruck eines Lebensgefühls zugleich. Als Begleiter unterschiedlichster existenzieller Situationen erzählen sie ein Stück Literaturgeschichte.
Historische Filmdokumente und Audiostationen geben einen lebendigen Einblick in das literarische Leben und Zeitgeschehen zwischen Bohème und Exil. Hörinseln mit wechselnden aktuellen Sendungen des Bayerischen Rundfunks,Redaktion Hörbild und Feature/Land und Leute ermöglichen eine zusätzliche inhaltliche Vertiefungsebene.
Dank & Impressum
Impressum
- Idee, Konzept und Kuratorin: Dr. Elisabeth Tworek, Leiterin der Monacensia
- Ausstellungsgestaltung und Realisation: Katharina Kuhlmann, Durchschrift
- Redaktion: Sylvia Schütz, Monacensia
- Archivberatung: Verena Wittmann, Monacensia
- Mediengestaltung: Alfred Küng
- Filmdramaturgie, Recherche und Rechte: Dr. Robert Galitz
- Filmmontage: Jana Schatz
- Sounddesign: Pit Kuhlmann
- Schrift: Marion Kropp
- Mitarbeit: Katharina Baur, Lina Maria Zangerl,
- Vitrinen und Bauten: Seiwo Technik
- Medienpartner: Bayerischer Rundfunk, Hörbild und Feature, Land und Leute
Unser besonderer Dank gilt:
- Archiv des Bezirks Oberbayern/Heil- und Pflegeanstalt Haar
- Bayerischer Rundfunk/ Hörbild und Feature
- Bildarchiv Sebastian Winkler
- Familie Karl Valentin
- Dr. Gunter Fette
- Nicolas Humbert
- Andreas Koll
- Prof. Dr. Frido Mann
- Münchner Stadtmuseum
- Dr. Uwe Naumann
- Anatol Regnier
- Sammlung Café Luitpold
- Stadtarchiv München
- Stadtmuseum Kaufbeuren
- Valentin-Karlstadt-Musäum
Monacensia im Hildebrandhaus

Das literarische Gedächtnis der Stadt
Die traditionsreiche Einrichtung der Münchner Stadtbibliothek ist seit 1977 in der ehemaligen Künstlervilla des Bildhauers Adolf von Hildebrand (1847–1921) beheimatet.
Unter einem Dach vereint die Monacensia im Hildebrandhaus das Literaturarchiv der Stadt München sowie eine der wichtigsten Forschungsbibliotheken für alle, die sich für die Geschichte und das kulturelle Leben der Stadt München interessieren. Als literarisches Gedächtnis der Stadt pflegt die Monacensia den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.