Archivordner
Foto: Sven Zellner

Das Jüdische im Archiv. Historische und aktuelle Perspektiven

Tagung

22.10.2026 – 23.10.2026 , jeweils 10.00 - 17.30 Uhr, 22.10. Keynote Lecture um 19.00 Uhr

Eintritt frei
Veranstaltungsort: Forum Atelier

Anlässlich der Sonderausstellung „Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“ veranstalten das Literaturarchiv der Monacensia und der Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der Ludwig-Maximilians-Universität München die interdisziplinäre Tagung „Das Jüdische im Archiv. Historische und aktuelle Perspektiven“. Ausgehend vom Archiv Salamander als paradigmatischem Ort dokumentarischer Selbstbehauptung stehen Archive als Formen des Bewahrens, Ordnens und Erinnerns im Zentrum der wissenschaftlichen Tagung. Gefragt wird, welche Funktion verschiedene Formen des Archivs in der modernen jüdischen Geschichte eingenommen haben und was eigentlich „das Jüdische“ eines Archivs ausmacht. Ist es nur der Inhalt des Archivierten oder auch die Form des Sammelns? Was eigentlich ist die Absicht oder der Zweck des Archivierens? Und welche Bedeutung kommt dem Archivar oder der Archivarin dabei zu? Untersucht werden die materiellen, institutionellen und wissensbezogenen Voraussetzungen jüdischer Überlieferung bis in die Gegenwart.

Die Tagung richtet den Blick auf die Frage, wie jüdische Geschichte und Kultur im Archiv hervorgebracht wird: durch konkrete Sammlungspraktiken, institutionelle Rahmungen und historisch situierte Deutungsangebote. Die Beiträge analysieren die Entstehung Archive und Sammlungen ebenso wie die Narrative, die sie ermöglichen oder begrenzen, und untersuchen deren Einbettung in politische, gesellschaftliche und erinnerungskulturelle Entwicklungen. Archivalität wird dabei als dynamischer Prozess verstanden, der jüdische Geschichte nicht lediglich bewahrt, sondern aktiv formt. Zur Diskussion steht dabei, wie Archive jüdische Erfahrung über historische Zäsuren und räumliche Kontexte hinweg vermitteln und welche Rolle dem Archiv heute in der Aushandlung jüdischer Geschichte und Erinnerung zukommt.

Benjamin Balint hält am 22.10. um 19.00 Uhr die Keynote Lecture: „Sacred Scraps, Restless Papers: Jewish Archives from Geniza to Kafka“.


Tagungsprogramm:

Do, 22.10.2026

10.00 Uhr 
Begrüßung / Introduction
Anke Buettner (Leiterin Monacensia), Philipp Lenhard und Julia Schneidawind

10.15 – 12.30 Uhr
Panel I Moderation: Michaela Raggam-Blesch

10.15 – 11.00 Uhr
Samuel Kassow: „The Ringelblum Archive in Retrospect: Agendas and Achievements“

11.00 – 11.45 Uhr
Anat Bratman Elhalel: „Portable Archives of Survival: Photograph Albums from DP-Camps as Sites and Agents of Memory (1945–1951)“

– Kaffeepause / Coffee Break–

12.15 – 13.00 Uhr
Moran Pearl: „Performing the Archive: From Salvaged Documents to Visual Forms of Jewish Memory“

13.00 – 14.00 Uhr
Mittagspause / Lunch Break

14.00 – 16.30 Uhr
Panel II Moderation: Julia Schneidawind

14.00 – 14.45 Uhr
Stefan Litt: „Nachlässe von Frauen aus dem deutsch-jüdischen Kulturbereich an der Israelischen Nationalbibliothek“

14.45 – 15.30 Uhr
Noa Barak: „The ‘Failure’ of an American Librarian: Sophie Udin and the Making of the Israel State Archives“

– Kaffeepause / Coffee Break –

15.45 – 16.30 Uhr
Caroline Jessen: „Verlagerte Ordnungen. Überlieferungsstrategien und Wissensbilder im Archiv Salman Schockens, Jerusalem“

16.30 – 17.30 Uhr
Kurator*innen-Führung „Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“
Curator’s tour „Literature & Attitude. The Archive of Rachel Salamander“

17.30 – 19.00 Uhr
Conference Dinner (speakers and moderators only)

19.00 Uhr 
Keynote Lecture
Benjamin Balint: „Sacred Scraps, Restless Papers: Jewish Archives from Geniza to Kafka“
Moderation: Philipp Lenhard


Fr, 23/10/26

10.15 – 13.00 Uhr
Panel III Moderation: Elisabeth Gallas

10.15 – 11.00 Uhr
Osman Cihan Sert: „Producing a Jewish Archive where None Exists: Reconstructing Ordinary Jewish Lives and Rabbinic Agency in the Ottoman World through Digital Archiving“

11.00 – 11.45 Uhr
Mira Yacine: „Oran – Osnabrück – Jerusalem. Methodological Reflections on Working with the fonds Cixous“

–  Kaffeepause / Coffee Break –

12.15 – 13.00 Uhr
Charlotte Krick: „'Von Jerusalem her restituiert': The Johann Jacoby Collection as a Case Study in Jewish Archival History“

13.00 – 14.00 Uhr
Mittagspause / Lunch Break

14.00 – 15.30 Uhr
Panel IV Moderation: Martina Niedhammer

14.00 – 14.45 Uhr
Andrea Sinn: „Jewish Sources in Municipal Archives: Collections, Contexts, and Challenges“

14.45 – 15.30 Uhr
Patrick Geiger: „From Collection to Exhibition – Presenting Rachel Salamander’s Archive at Monacensia“

15.30 – 16.00 Uhr

–  Kaffeepause / Coffee Break –

16.00 – 17.00 Uhr
Abschlussgespräch
Rachel Salamander im Gespräch mit Stefan Litt

Begrüßung: Anke Buettner

Informationen zur Anmeldung

Anmeldung per E-Mail an monacensia.programm(at)muenchen.de 

Kooperationspartner

Die Tagung „Das Jüdische im Archiv. Historische und aktuelle Perspektiven“ ist eine Kooperation der Monacensia im Hildebrandhaus mit dem Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der LMU München sowie dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs anlässlich der Sonderausstellung „Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“. Sie wird gefördert von der Alfred Landecker Stiftung, der Kuszner-Stiftung, dem Freundeskreis des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur e. V. an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie den Freunden der Monacensia e.V.