(c) Münchner Stadtbibliothek / Eva Jünger

Evas Töchter. Münchner Schriftstellerinnen und die moderne Frauenbewegung 1894 - 1933

Eine Ausstellung der Monacensia im Hildebrandhaus

15.03.2018 bis 16.09.2018
    Eintritt frei | Veranstaltungsort: Monacensia im Hildebrandhaus

    Modern sein heißt für die Frau ein eigenes Gesetz in der Brust tragen.
    Carry Brachvogel, 1912

     

    München um 1900: Die bayerische Residenzstadt wird zu einer der bedeutendsten Kunst- und Kulturstädte Europas, zum Zentrum der Schwabinger Bohème – und einer noch jungen Frauenbewegung, die in der Folge großen Einfluss auf das Bürgertum in ganz Bayern gewinnt.

    Seit den 1890er Jahren ist München von der modernen Frauenbewegung bestimmt. Frauen wie Anita Augspurg, Sophia Goudstikker, Ika Freudenberg, Emma Merk, Marie Haushofer, Carry Brachvogel, Helene Böhlau, Emmy von Egidy, Eva Gräfin von Baudissin und viele andere prägen die Stadt. Alle diese Frauenrechtlerinnen, unter ihnen auffallend viele Schriftstellerinnen und Künstlerinnen, sind Mitglieder im Verein für Fraueninteressen, dem Flaggschiff der bürgerlichen Frauenbewegung in Bayern. Die Lebensentwürfe, Ansichten und Ideen dieser politisch engagierten Frauen sind heute hochaktuell. Sie alle begeben sich auf die Suche nach einem neuem Selbstverständnis der Frau, stellen die traditionellen Rollenvorstellungen im Bürgertum in Frage und entwerfen neue Geschlechterbilder und neue Rollen von Frau und Mann. Sie alle kämpfen für das Recht der Frau auf Bildung und Beruf, für finanzielle Unabhängigkeit und gleichberechtigte Entlohnung.

    Die bürgerliche Frauenbewegung in München ist verknüpft mit der Strömung und den Vertretern der „Moderne“. Rückblickend auf die Zeit um 1900 schreibt der Kulturhistoriker Georg Jacob Wolf 1924: „Als sie (die Frauenbewegung) einsetzte, gingen in München auch die Wogen der modernen Literatur- und Kunstbewegung hoch.“ In der ersten Mitgliederliste des Vereins für Fraueninteressen von 1897 finden sich viele bekannte Münchner Persönlichkeiten, unter ihnen auch die Jugendstilkünstler August Endell und Hermann Obrist, der Schriftsteller Freiherr von Wolzogen und der Dichter Rainer Maria Rilke.

    Die Ausstellung „Evas Töchter“ präsentiert anhand bisher unbekannter Originaldokumente und Objekte das Leben und Wirken damals deutschlandweit renommierter Münchner Schriftstellerinnen, die sich an vorderster Front für ein modernes Frauenbild stark gemacht haben. Zu sehen sind Gemälde, Aquarelle, seltene Fotografien aus dem Fotoatelier Elvira, Originalmanuskripte, Briefe, Tagebücher, Skizzen und biografische Dokumente. Jugendstilobjekte, persönliche Gegenstände und Accessoires machen den Lebensstil dieser modernen Frauen sichtbar. Im Mittelpunkt stehen die literarischen Nachlässe von Emma Merk, Marie und Max Haushofer sowie Carry Brachvogel, die die Monacensia im Hildebrandhaus jüngst erworben hat. Ergänzt werden sie durch Leihgaben aus Privatbesitz und aus weiteren Archiven und Museen.

    Projektleitung: Dr. Elisabeth Tworek, Leiterin der Monacensia
    Kuratorin: Dr. Ingvild Richardsen, Literaturwissenschaftlerin und Kulturhistorikerin
    Ausstellungsgestaltung und Realisation: KW NEUN Grafikagentur, Augsburg
    Mediengestaltung: Martin Otter
    Archivberatung: Verena Wittmann, Monacensia
    Redaktion: Sylvia Schütz, Monacensia
    Programm: Lisa-Katharina Förster, Monacensia
    Presse und Öffentlichkeit: Sylvia Schütz, Monacensia

    Mit freundlicher Unterstützung der Richard Stury Stiftung und des Bayerischen Rundfunks

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