Schwul als Feindbild
Homosexuellenfeindlichkeit und Hassgewalt im Kontext der Aids-Krise
17.06.2026 , 18.30 Uhr
Eintritt frei
Veranstaltungsort: Raum 366
Die Aids-Krise in den 1980er und 1990er Jahren war für homosexuelle Männer eine Phase traumatischer Erfahrungen. Die Krankheit wurde von weiten Teilen der Gesellschaft und der Politik stigmatisiert. Sie diente oft als Vorwand, um Schwule erneut zu diskriminieren und Grundrechte einzuschränken, obwohl Homosexualität selbst lange Zeit kriminalisiert war.
Der Historiker Matthias Gemählich und der Journalist Phillip Syvarth behandeln Homosexuellenfeindlichkeit und Hassgewalt im Kontext der Aids-Krise und ihre Folgen. Anschließend findet ein Zeitzeug*innengespräch mit Sabrina Bernd und Peter Ambacher zu spezifischen Erfahrungen in der Landeshauptstadt München von den 1980er Jahren bis heute statt.
Der Abend ist Teil der Veranstaltungsreihe „Diversität im Visier – rechte Gewalt gegen Minderheiten“. Ausgangspunkt der Reihe sind die Taten der neofaschistischen „Gruppe Ludwig“. Diese ermordete zwischen 1977 und 1984 Menschen, die sie als Bedrohung für die sogenannte Volksgemeinschaft imaginierte: Homosexuelle, Sexarbeiter*innen, Sinti*zze und Rom*nja, Drogenabhängige und Obdachlose. Im Januar 1984 begingen die Täter einen Brandanschlag auf die Diskothek „Liverpool“, die dem Münchner Sexgewerbe zugeordnet wurde. Corinna Tartarotti verstarb an den Folgen des Anschlags. Zwischen 1977 und 1984 ermordete die „Gruppe Ludwig“ mindestens 14 weitere Personen.
In Gedenken an Corinna Tartarotti und alle weiteren Opfer rechter Gewalt.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Pride Weeks statt.
Informationen zur Anmeldung
Anmeldung unter juristische.bibliothek(at)muenchen.de oder telefonisch unter 089 233 772444.
Kooperationspartner
In Zusammenarbeit mit Public History München und der Koordinierungsstelle LGBTIQ*.
