Collage: Archivkisten, Dokumente, Disketten

Mustergültig aufbewahrt?

Recherchen und Dokumente im eigenen Schreiben

12.09.2025 , 14.00 – 18.00 Uhr

Eintritt frei
Veranstaltungsort: Salon Hildebrand

Schmierzettel, Serviette, Sprachnachricht, Abschrift, Foto, Scan... Der Stoff fürs eigene Buch sammelt sich auf verschiedensten Trägern. Wenn dokumentarisches Material verarbeitet wird, kann die Archivierung Einfluss auf den Schreibprozess haben. Zumal bei Recherchen, die sich über Jahre hinziehen.

In diesem Workshop wollen wir uns über typische Fehlerquellen, bewährte Praktiken und technische Hilfsmittel austauschen. Außerdem fragen wir: Wie lässt sich mit sensiblen dokumentarischen Daten – etwa aus der eigenen Familiengeschichte oder historischen Personen der Zeitgeschichte – auch ethisch angemessen umgehen?

Als Expertinnen stehen uns Autorin Natalie Buchholz („Grand-papa“) und BR-Journalistin und Innovationsmanagerin Eva Deinert zur Seite.

Ob leidenschaftlich schreibend oder einfach neugierig auf alles rund ums Schreiben – Elvira Steppacher lädt im Rahmen ihrer Schreib-Residenz herzlich zum Workshop ein. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.


Eva Deinert

Die preisgekrönte Journalistin, Podcasterin und Innovationsmanagerin Eva Deinert (Bayerischer Rundfunk) teilt ihre Erfahrungen mit aufwändigen Recherchen, u.a. zu politischen Themen. Für ihren Podcast zum Olympia-Attentat 1972 erhält sie (gemeinsam mit Yvonne Maier) den Deutschen Radiopreis 2023 für das beste Informationsformat. Sie durchforsten zehntausende Akten im Münchner Staatsarchiv, Einsatztagebücher, Berichte, Fotos, Briefe, Telegramme und  entdecken dabei bisher unbekannte, Fall-relevante Dokumente. Eine bemerkenswerte Professionalität, lobte die Jury, „Erzählkunst und Wissensvermittlung auf höchstem Niveau“. Auch ihre Podcasts über die Befreiung der KZs Dachau und Flossenbürg sowie über die Kriegskorrespondentin, Thrill-Seekerin und Surrealistin Lee Miller erzielten Beachtung. Für „In 5 Tagen Mord - Die Krimi-Challenge mit KI” erhielt das Autor*innen-Team den Grimme Online Award 2024.

Natalie Buchholz

Die Schriftstellerin Natalie Buchholz schreibt Lyrik und Prosa. Ihr Text „Glück, vielleicht“ wurde mit dem Spiegelungen-Preis für Minimalprosa 2020 ausgezeichnet. Für ihren Roman „Grand-papa“ (Penguin 2024) erhielt sie das Arbeitsstipendium des Bayerischen Freistaats. Der autofiktionale Roman erforscht sensibel und humorvoll die Lebensgeschichte des lothringischen Großvaters. In einem Mix aus authentischen Dokumenten und plastischer Imagination entsteht das Portrait einer zwischen Deutschland und Frankreich zerrissenen Familie. Arno Frank (Der Spiegel) schrieb: „Als bekäme ein Schwarz-Weiß-Film plötzlich Farbe.“ Natalie Buchholz gibt Auskunft über autofiktionales Schreiben und die Schwierigkeiten, sich der eigenen Familiengeschichte anzunähern.

Elvira Steppacher

Elvira Steppacher, 1963 in Hiltrup bei Münster geboren, schreibt seit 2019 literarisch und veröffentlicht Lyrik, Romane und Essays. Für ihr Romandebüt „Von Fall zu Fall – Ein Stundenheft“ (Braumüller, 2022) wurde sie mit dem Jurypreis des internationalen Literaturwettbewerbs „Gesund schreiben“ der Wiener Ärztekammer ausgezeichnet. Der Deutsche Literaturfonds förderte ihr zweites Romanprojekt „Blöße“ (Braumüller, 2024) mit einem Jahresstipendium. 2024 erschien ihr erster Lyrikband „Einst werden wir Endlinge sein“ (Elif), der Medientieren wie Knut, Bruno oder Dolly lyrische Nachrufe und Prosareflexionen widmet. Seit Juli 2025 ist sie Schreibresidentin der Monacensia.


Die #SchreibResi wird bis einschließlich 2025 durch die C.H. Beck Kulturstiftung ermöglicht.

Informationen zur Anmeldung

Zur besseren Planbarkeit bitten wir um Anmeldung per E-Mail an monacensia.programm(at)muenchen.de.

Eine Anmeldung ist aber keine Voraussetzung für die Teilnahme.